Rico Kubat

Rico Kubat (* 19. September 1971) ist ein ehemaliger deutscher Boxer. Er war Vize-Europameister der Amateure 1993 im Fliegengewicht.

Rico Kubat begann als Jugendlicher mit dem Boxen. Nach ersten größeren Erfolgen im nationalen Bereich wurde der mit 1,70 Metern für einen Fliegengewichtler verhältnismäßig große Sportler Mitglied des Sportclub Cottbus. Dort war Dietmar Schnieber sein Trainer. Von Beruf war der Motorradfan Fahrzeugschlosser. Nach der deutschen Wiedervereinigung wechselte Rico Kubat 1991 zum TSV 04 Bayer Leverkusen, wo Fritz Sdunek sein Trainer war.
Bereits mit 17 Jahren wurde Rico Kubat im Jahre 1988 mit einem Punktsieg über Mario Loch (3:2) DDR-Meister im Papiergewicht. Diesen Erfolg wiederholte er im Jahre 1989 im Fliegengewicht mit einem Punktsieg über Myrko Schade (19:5). 1989 wurde er bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Bayamon/Puerto Rico mit Siegen über Hector Barrientos, Kuba (36:24) u. Narcisio Gonzalez, Mexiko (24:6) und einer knappen Punktniederlage im Endkampf gegen Daniel Petrow aus Bulgarien (21:23) Vize-Weltmeister.
Hervorragende Ergebnisse erzielte er auch im Jahre 1990. Er wurde Sieger im Fliegengewicht beim Chemie-Pokal in Halle (Saale), dabei schlug er Li Gwang Sik aus Nordkorea nach Punkten (33:21). Bei einem AIBA-Challenge-Match in Berlin siegte er über den Weltmeister von 1986 und Vize-Weltmeister von 1989 Pedro Orlando Reyes aus Kuba klar nach Punkten (47:27). Schließlich wurde er auch Turniersieger beim 6. Weltcup in Dublin. Er besiegte dabei Paul Wills aus Australien (31:9), Krasimir Cholakow aus Bulgarien (37:13) und István Kovács aus Ungarn (27:22) nach Punkten.
Rico Kubat verletzte sich zu Beginn des Jahres 1991 so schwer, dass er für die ganze Saison ausfiel. 1992 war er wieder genesen und sorgte bei der deutschen Meisterschaft für Furore, als er im Bantamgewicht im Finale Ex-Europameister und Olympiastarter 1992 Dieter Berg in der 2. Runde KO schlug. Diese Meisterschaften fanden aber erst nach den Olympischen Spielen in Barcelona statt, für die sich Rico Kubat nicht hatte qualifizieren können, weil er beim Chemie-Pokal in Halle im Fliegengewicht den als offiziellen Ausscheidungskampf für die Olympischen Spiele festgesetzten Kampf gegen Mario Loch nach Punkten verlor (3:13).
1993 wurde er dann bei der Europameisterschaft in Bursa im Fliegengewicht eingesetzt. Er konnte dort voll überzeugen und kämpfte sich mit einem Punktsieg über Crinu Raicu Olteanu aus Rumänien (23:6), einem kampflosen Sieg über György Farkas aus Ungarn und einem Punktsieg über Wladislaw Nayman aus Israel (10:4) bis in den Endkampf vor. In diesem unterlag er gegen Rowshan Huseinow aus Aserbaidschan nach Punkten (4:7) und erhielt dadurch die EM-Silbermedaille.
Danach wurde es um Rico Kubat ruhiger. Er boxte 1994 zwar noch in der Staffel des TSV 04 Bayer Leverkusen bei der deutschen Mannschaftsmeisterschaft, bestritt aber keine Meisterschaften mehr.