Schlossberg (Burg)

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Der Schlossberg ist eine 62 m hohe Erhebung nördlich des Spreewaldortes Burg (Spreewald). Auf dem Gipfel des sich 9 m über das Geländeniveau erhebenden Hügels befindet sich der in den Jahren 1915 bis 1917 entstandene Bismarckturm.
Der Schlossberg war bereits früh besiedelt. Bereits aus der Zeit der jüngeren Steinzeit lässt sich eine Erdburg nachweisen, die Schutz vor Hochwasser und den Angriffen von Feinden bot. Die folgende eisenzeitliche Wallburg war die größte und bedeutendste Burganlage der Lausitzer Kultur. Danach kann sie das bei Tacitus erwähnte große Heiligtum der germanischen Semnonen gewesen sein. In der späteren Zeit der Besiedlung der Gegend durch Slawen befand sich hier eine Burganlage. Von der Spitze des Turms herab kann man noch heute die Reste einer unregelmäßigen Ringanlage erkennen. Die um das Jahr 1000 durch den polnischen König Bołeslaw I. Chrobry errichtete Burg gehörte zu den größten Burganlagen nördlich der Mittelgebirge. Möglicherweise leitete sich hiervon auch der Ortsname Burg ab.
Der Name der Anhöhe geht auf eine Sage zurück, wonach hier ein König der Wenden sein Schloss gehabt haben soll. Am Fuße des Hügels sollen die dem Menschen wohlgesinnten Zwerge Lutki gelebt haben.
Aufgrund der Sage wurden im Schlossberg alte Schätze vermutet. Es kam zu häufigen Grabungen zum Zwecke der Schatzsuche. Die ursprüngliche Form des Berges ging dabei nach und nach verloren. Auch nutzten benachbarte Bauern die Erde des Berges zur Verbesserung ihrer Felder. Wohl auch mit dem Ziel der Sicherung des Berges erfolgte daher Anfang des 20. Jahrhunderts der Ankauf des Geländes durch den Landkreis, um dann gerade hier den Aussichtsturm zu errichten.
Im Jahr 1897 erfolgte der Bau einer Eisenbahntrasse der Spreewaldbahn durch den Schlossberg, wodurch der Berg durchschnitten wurde. Die Bahnanlage wurde später wieder stillgelegt und demontiert. Heute befindet sich auf der alten Bahntrasse der Fahrradweg zum Nordumfluter.