Siegfried Hilpert

Siegfried Max Richard Hilpert (* 18. März 1883 in Straßburg, damals Reichsland Elsaß-Lothringen; † 3. März 1951 in Brookline, Massachusetts) war ein deutscher Chemiker.
Der Sohn des kaiserlichen Musikdirektors Friedrich Bruno Hilpert und dessen Frau Alma Caroline Marie Hilpert, geborenen Sering geboren. Er besuchte das Gymnasium in Straßburg und bis 1902 das Kaiser-Wilhelm-Gymnasium in Hannover. Er studierte Chemie in Berlin und promovierte 1905 bei Emil Fischer und Walther Nernst mit der Arbeit „Chemische Lichtwirkungen: Ueber Reaktionen des 4-Amido-2-nitrostilbens“. 1905–1907 war er Privatassistent bei Emil Fischer. Die Habilitation folgte 1910 an der TH Berlin.
1909–1914 arbeitete er als Privatdozent für Metallurgie und anorganische Chemie an der TH Berlin. 1909 veröffentlichte er einen Artikel zur Verwendung von Ferriten als Magnetkern. Mit seinem „historischen Patent“ von 1908 wurde bekannt, dass Oxide Träger magnetischer Eigenschaften sein können. Danach war er ein Jahr Abteilungsleiter des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Kohlenforschung in Mülheim/Ruhr.
1915–1926 arbeitete er in der Industrie, bei Stinnes, der Deutsch-Luxemburgischen Bergwerkshütten AG und ab 1921 als Generaldirektor der Koholyt AG in Königsberg. 1919 heiratete er Adele Bösener, mit der er die Kinder Heinz und Erika hatte.
1922–1930 war er Honorarprofessor an der TH Berlin und danach bis 1939 an der TH Braunschweig o. Professor für Chemie und chemische Technologie, wobei er zu Cellulose und Herstellung des Strohzellstoffs forschte. Ein Institut für landwirtschaftliche Technologie wurde neu errichtet. Daneben liefen Untersuchungen über den Magnetismus der Eisenoxyde und -oxychloride sowie über Natrium-, Silicium- und Kupferferrite. Sein Hilfsassistent, der Ingenieur Albert Wille (* 13. Oktober 1909 in Salder) schrieb 1933 seine Doktorarbeit „Über den Zusammenhang zwischen Aufbau und Ferromagnetismus der Ferrite“.
Als er im Sommer 1939 seinen Urlaub in der Schweiz verbrachte, reiste er drei Tage vor Kriegsbeginn nach Südfrankreich und wurde hier bis zum Ende des deutschen Feldzugs interniert. Dabei verwaiste das Institut unter seinem Vertreter Heinrich Hock. Nach Durchsicht seiner Vernehmungsakten wurde er erneut verhaftet und 1941/42 vor dem Reichskriegsgericht wegen Landesverrat und Feindbegünstigung zum Tod verurteilt, womit das Beamtenverhältnis endete. Im August 1942 wurde das Urteil in eine Haftstrafe umgewandelt.
Das nach dem Krieg wieder angebotene Braunschweiger Institut lehnte er ab. 1945–1947 arbeitete er bei der Zellstofffabrik Waldhoff, wurde danach an der TH Braunschweig Prof.emer. und zog in die USA.
Seine Witwe richtete 1981 eine Stiftung ein, aus der Stipendien für Doktoranden des Braunschweiger Instituts vergeben werden.

Diözesanmuseum Bamberg

Das Diözesanmuseum Bamberg ist ein Museum, das aus der alten Domschatzkammer des Bamberger Doms hervorgegangen ist.

Das Museum ist in dem von dem Barockbaumeister Balthasar Neumann in den Jahren 1731 bis 1733 erbauten Domkapitelhaus untergebracht. Schon 1907 gab es erste Pläne für ein Museum, aber erst 1966 erfolgte die Eröffnung unter der Trägerschaft des Metropolitankapitels. 1991 und 1992 wurden die Schauräume neu eröffnet, 2005 wurden sie erweitert.
Sammlungsschwerpunkte sind der Bamberger Domschatz und Bauplastik des Bamberger Doms. Außerdem zeigt das Museum mittelalterliche Paramente, fränkische Skulpturen der Spätgotik und des Barock sowie religiöse Volkskunst. Zu den bedeutendsten Stücken des Museums gehören die mittelalterlichen Textilien, darunter der Sternenmantel Kaiser Heinrichs II., der Mantel der Kaiserin Kunigunde, das Ornat von Papst Clemens II. und das so genannte Gunthertuch, ein Seidengewebe aus Byzanz.
In seinem Reiseführer über Bamberg und Umgebung aus dem frühen 20. Jahrhundert beschreibt der Verfasser Dietrich Amende auch den Domschatz:
„Die Schatzkammer des Domes
49.89055555555610.883333333333Koordinaten: 49° 53′ 26″ N, 10° 53′ 0″ O

Sigmund-Freud-Gymnasium

Das Sigmund-Freud-Gymnasium ist eine allgemeinbildende höhere Schule im 2. Wiener Gemeindebezirk, Leopoldstadt. Sie ist seit 1989 nach ihrem berühmtesten Absolventen, Sigmund Freud, benannt.

Die Schule wurde 1864 auf Beschluss des Gemeinderates der Stadt Wien als „Leopoldstädter Realgymnasium“ (1868 „Leopoldstädter Communal-Real- und Obergymnasium“) im zweiten und dritten Stock des Hauses Taborstraße 24, des damaligen Braun-Radislowitzschen Stiftungshauses, eingerichtet und von Bürgermeister Andreas Zelinka eröffnet. Sie wurde im ersten Schuljahr von 98 Schülern (ausschließlich männlichen; Schülerinnen wurden ab 1971 aufgenommen) besucht.
Bis 1864 hatte es in Wien, das damals neun Bezirke und 550.000 Einwohner hatte, nur vier Gymnasien gegeben. Der 2. Bezirk wies damals 70.000 Einwohner auf. (Gleichzeitig mit der Entscheidung, dieses Gymnasium zu errichten, beschloss die Stadtverwaltung ein weiteres im 6. Bezirk.) Im Nebenhaus, Glockengasse 2, wurde 1865 ein Turnsaal für die Schule eröffnet. 1872 fanden die ersten Reifeprüfungen am Gymnasium statt; damals wurde die Anstalt von 412 Schülern besucht, die unter Platzmangel litten. 1873 maturierte Sigmund Freud an der Schule.
1876 genehmigte der Gemeinderat den Neubau der Schule auf der Sperlrealität. Die Bezeichnung des Areals nahm auf das einst sehr beliebte, 1873 demolierte Vergnügungslokal „Zum Sperl“ Bezug, das sich hier befunden hatte. Der Neubau in der Kleinen Sperlgasse 2c mit Fassungsraum für 600 Schüler konnte 1877 eröffnet werden. An der bisherigen Schuladresse wurde ein Staatsgymnasium eingerichtet.
Die Stadtverwaltung hatte sich seit 1890 um die Übernahme der kommunalen Wiener Gymnasien durch das k.k. Ministerium für Cultus und Unterricht bemüht. Mit 1. September 1897 war dieses Bemühen erfolgreich; die Schule wurde nun in „k.k. zweites Staatsgymnasium im II. Wiener Gemeindebezirk“ umbenannt. Ab 7. Mai 1901 hieß die Schule „Erzherzog Rainer-Gymnasium“; der Erzherzog tat sich als Förderer von Kultur und Wissenschaft hervor. Seit 1910 sprach man vom Erzherzog-Rainer-Realgymnasium. 1928 wurde die Gasbeleuchtung der Schule durch elektrisches Licht ersetzt.
1937 gehörten 77,5 % der Schüler der jüdischen Religionsgemeinschaft an. 1938 wurden viele jüdische Schüler vom NS-Regime zur Übersiedlung an diese Schule gezwungen: Hatten 1936 nur 26 Schüler (keine Schülerin) hier maturiert, so wies der Maturajahrgang 1938 auf Grund dieser Maßnahmen 95 auf, davon fünf Mädchen. Im Schuljahr 1938/39 hatte die von den Nationalsozialisten in „Oberschule für Jungen“ umbenannte Schule keine jüdischen Schüler mehr. Parallel dazu wurden jüdische Lehrer entlassen.
1942 und 1943 wiesen die Maturantenlisten die Rubrik „Eingerückt aus der 7. Klasse“ auf; 1943 gab es keine üblichen Maturanten mehr. Für die vorzeitig Eingerückten, die den enormen Soldatenbedarf des seit der Schlacht von Stalingrad 1942 / 1943 auf dem militärischen Rückzug befindlichen NS-Staates zeigten, entfiel die Reifeprüfung; die Studienberechtigung nach dem Krieg wurde aber zugesichert. 1944 wurde die Reifeprüfung hier nur mehr von so genannten „Externisten“ abgelegt, die die Schule nicht besucht hatten. 1945, 1946, 1948 und 1949 fanden an dieser Schule keine Reifeprüfungen statt.
Im November 1946 wurde das Realgymnasium, das damals nur 96 Schüler hatte, als zweite Schule in das seit 1876 von der Bundesrealschule Wien 2 benützte Schulgebäude in der Vereinsgasse 21 verlegt; das Schulgebäude in der Kleinen Sperlgasse wurde von einem Realgymnasium für Mädchen und einer Frauenoberschule übernommen. Direktor war 1946–1956 Ludwig Rothansel. In den späten fünfziger Jahren musste wegen des großen Schülerzustroms eine ehemalige städtische Mädchenhauptschule in der Darwingasse 14, zwei Häuserblöcke vom Haupthaus, als Dependance eingerichtet werden, in der bis zu elf Klassen untergebracht wurden.
1960 wurde vom 1957 ernannten Direktor Arnold Večer bei Unterrichtsminister Heinrich Drimmel (ÖVP) ein Neubau beantragt; es traf sich gut, dass Večer bei der konservativen Fraktion der Lehrergewerkschaft sehr aktiv war. 1961 wurden in 21 Klassen, davon die Hälfte in der Dependance, 546 Schüler unterrichtet. 1962 erwarb der Bund durch einen Grundstückstausch mit der Stadt Wien (Bürgermeister Franz Jonas, SPÖ) 12.250 m² auf dem Areal des ehemaligen städtischen Reservegartens in der Wohlmutstraße im Stuwerviertel für den Neubau, der 1964 begann; im gleichen Jahr wurde das 100-Jahre-Jubiläum des Gymnasiums gefeiert und der Name auf „2. Bundesgymnasium Wien II“ geändert. 1967 erfolgte unter Minister Theodor Piffl-Percevic der Umzug in das heutige Schulgebäude, das damals 24 Klassenzimmer, zwei Turnsäle und sechs Lehrsäle für einzelne Fächer sowie ein Tagesschulheim aufwies.
1971 wurden von der Schule in der beginnenden „Kreisky-Ära“, einer sozialdemokratisch geprägten Zeit, erstmals Mädchen aufgenommen.
1989 wurde die Schule unter Unterrichtsministerin Hilde Hawlicek, SPÖ, nach ihrem berühmtesten Absolventen „Sigmund-Freud-Gymnasium“ getauft. (Freud hatte das Gymnasium noch in der Taborstraße 24 besucht. Die Benennung erfolgte 50 Jahre nach Freuds Tod.)
(Stand 2011)
An der Schule gibt es die Möglichkeit, zwischen dem Gymnasium (mit Latein bzw. Französisch ab der 3. Klasse) und dem Realgymnasium (mit Darstellender Geometrie ab der 7. Klasse) zu wählen. Unabhängig von der gewählten Schulform können die Schüler ab der 5. Klasse bei der zweiten lebenden Fremdsprache zwischen Französisch und Italienisch wählen.

Odrava

Odrava (deutsch Kulsam) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt acht Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums von Cheb und gehört zum Okres Cheb.

Odrava befindet sich im Egerbecken am rechten Ufer der Wondreb (Odrava), die auf dem Gebiet der Gemeinde in die Eger mündet. Durch den Ort führt die ab Dobroše zur Schnellstraße R 6 ausgebaute Europastraße E 48/E 49 von Sokolov nach Cheb. Südwestlich liegt der Stausee Jesenice.
Nachbarorte sind Nebanice im Norden, Mostov und Hlínová im Nordosten, Kamenný Dvůr und Návrší im Osten, Lipoltov im Südosten, Jesenice im Süden, Obilná und Potočiště im Südwesten, Loužek im Westen sowie Vrbová im Nordwesten.
Die erste urkundliche Erwähnung von Odrava erfolgte im Jahre 1370. Das Dorf lag an einer Furt durch die Wondreb und gehörte zur Herrschaft Mostau, deren Besitzer die Landgrafen von Leuchtenberg waren. Kulsam lag auf böhmischem Gebiet an der Grenze zur Reichspfandschaft Eger, die seit 1322 entlang der Wondreb verlief. Gepfarrt war der Ort seit jeher nach Königsberg an der Eger. Nach den Leuchtenbergern folgten als Besitzer die Geschlechter Notthafft und Hertenberg.
1841 entstand eine steinerne Brücke über die Wondreb. Nach der Ablösung der Patrimonialherrschaften wurde Kulsam 1850 zusammen mit Lapitzfeld, Rolessengrün, Dobrassen und Klingen Teil der Gemeinde Mostau und kam zum Gerichtsbezirk Eger bzw. politischen Bezirk Eger. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Kulsam eine selbstständige Gemeinde. 1930 lebten in Kulsam 130 Menschen, 1939 waren es 142. Nach dem Münchner Abkommen wurde das Dorf 1938 in das Deutsche Reich eingegliedert und gehörte von 1939 bis 1945 zum Landkreis Eger. Nach Kriegsende kam Odrava zur Tschechoslowakei zurück; die deutschen Bewohner wurden vertrieben. 1960 erfolgte die Eingemeindung von Mostov.
Die Gemeinde Odrava besteht aus den Ortsteilen Dobroše (Dobrassen), Mostov (Mostau), Obilná (Kornau), Odrava (Kulsam) und Potočiště (Dürnbach), die zugleich auch Katastralbezirke bilden. Grundsiedlungseinheiten sind Dobroše, Hlínová (Klingen), Mostov, Obilná, Odrava und Potočiště. Zu Odrava gehört außerdem die Wüstung Trpěš (Tipessenreuth).
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Flatey (Skjálfandi)

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Flatey (isl. für „flache Insel“) ist eine isländische Insel in der Bucht Skjálfandi. Sie liegt etwa 27 km nordwestlich von Húsavík entfernt. Mit einer Länge von 2,5 km und einer Breite von 1,7 km ist sie die fünftgrößte Insel Islands. Trotzdem befindet sich der höchste Punkt der Insel nur 20 m über dem Meeresspiegel, was ihr den Namen flache Insel einbrachte.
Die ersten Siedler ließen sich auf Flatey schon kurz nach der ersten Besiedelung Islands nieder, aber die Anzahl der dauerhaft Angesiedelten war meist sehr gering. Der Höhepunkt wurde im Jahr 1942 erreicht, als 120 Menschen hier lebten. Durch das Wachstum anderer Ortschaften in der Nähe wanderten viele Bürger in diese attraktiveren Lebensräume ab, bis im Jahr 1967 alle Bewohner die Insel verlassen hatten. Heute ist die Insel nur mehr im Sommer bewohnt, wenn viele Touristen die Insel besuchen und eine respektable Einnahmequelle darstellen.
Die Bucht Skjálfandi eignet sich hervorragend zum Fischfang, besonders Kabeljau und Seehasen werden hier gefischt und stellen die Haupteinnahmequelle dar. Daneben eignet sich Flatey auch für isländische Verhältnisse überdurchschnittlich gut zum Ackerbau. Die Einwohner der Insel können unabhängig von der Hauptinsel Ísland fast alle Produkte des täglichen Bedarfs herstellen; so besitzt praktisch jeder Haushalt eine Milchkuh sowie einige Schafe und Hühner.
Auf der Insel gibt es nur wenige Gebäude. Die wichtigsten sind das 1929 errichtete Schulhaus, eine alte Kirche, die bereits 1884 geschlossen wurde, die im Jahr 1960 neu errichtete Kirche, ein Radiotelegraph aus dem Jahr 1931 und ein im Jahr 1913 errichteter und 1963 erneuerter Leuchtturm.
Eine für Touristen interessante Attraktion ist die Artenvielfalt der auf der Insel lebenden Vögel. Dreißig der 37 in Island heimischen Arten können auf der Insel beim Brüten beobachtet werden, unter ihnen etwa Papageitaucher, Seeschwalben, Regenbrachvogel oder Regenpfeifer.